
Stimmen aus Duisburg zum Thema LKW-Verkehr
... aus dem Fahrradklimatest 2020
- zu viele rücksichtslose LKW-Fahrer (Logport 1- x)
- Der LKW-Verkehr hat in den letzten Jahren dramatisch im Innenstadtbereich zugenommen. Wir wohnen nahe zweier Autobahnen; die Straßen werden offensichtlich als Ausweichrouten genutzt. In den Stadtgebieten, in denen die großen Logistikstandorte sind bzw. rund um den Hafen sind Fahrradfahrer sehr gefährdet; von einigen Strecken wird regelrecht abgeraten.
- Die meisten Konflikte entstehen mit Linksabbiegern, wenn der Radfahrer geradeaus möchte. Wenn dann die LKW, die in Duisburg auch in hoher Zahl durch die Innenstadt fahren, links abbiegen, wartet man lieber. Hier muss baulich nachgebessert werden. Kurzparker, Lieferdienste und Elterntaxis parken auf den Radwegen - bei Ansprache wird man beleidigt, bedroht oder im besten Fall ignoriert oder belächelt - das Ordnungsamt sorgt sich eher um nicht gezogene Parkscheine statt um die Falschparker und die Polizei fährt an den Autos vorbei, ohne sich den „Papierkram“ antun zu wollen. So weicht man auf die Fahrbahn aus und hat den nächsten Konflikt mit dem rollenden Autoverkehr.
- Der Rückbau der Radwege und die Anlegung aufgemalter Radspuren sind in 47228 DU (Flutweg) eine Katastrophe. LKW- und OPNV-Verkehr, in Stoßzeiten auch Gelenkbusse, sorgen für eine starke Behinderung der Radfahrer. Dazu kommt noch das Zuparken der Radspuren vor Zwei Schulen und einem Kiosk.
- Radwege oft alt, schlecht gewartet (z.B. Baumwurzeln). Enden oft abrupt, dann muss die Fahrbahn benutzt werden, ohne dass es Hinweise darauf an den PKW-Verkehr gäbe. Der LKW- Verkehr führt zu Gefährdung von Radfahrern.
- Sehr heterogene Stadt, in der auch die Affinität zum Radfahren sehr unterschiedlich ist, bspw. zwischen bürgerlichen und migrantisch geprägten Bereichen, zudem viel LKW-Verkehr sowie eine besondere Bedeutung von Brücken.
- Tiefe Schlaglöcher auf Radwegen, viel LKW-Verkehr.
- Die aktuellen Baustellen und Umleitungen sind eine Unverschämtheit. Die verantwortlichen Verkehrsplaner sollten gezwungen werden, ihre Umleitungen selbst regelmäßig zu befahren. Nur wenige Beispiele: Ruhrtalradweg um den Kaßlerfelder-Kreisel -Umleitung über LKW-volle Hauptverkehrsstraßen, Rhein - Neubau der A40- Beide Seiten des Rheins von Nord nach Süd oder umgekehrt nicht mehr sicher und vernünftig befahrbar. Radweg Wachholderstr. führt vor der Ampel von der Straße weg, damit rechts abbiegende PKW/LKW die Radfahrer auch auf jeden Fall übersehen und in Lebensgefahr bringen. Radwege entlang der Großenbaumer Allee in Buchholz, beide Seiten beschädigt - eng, halb zugeparkt. Warum nicht hier eine Lösung mit eigener Spur wie auf dem Kalkweg? Das sind nur wenige Beispiele, wie man es nicht machen sollte!
- In Duisburg kann man in seiner Freizeit gut Fahrrad fahren. Hier gibt es viele schöne Strecken, oft abseits vom Straßenverkehr. Wenn man aber im Alltag einfach innerhalb der Stadt Strecken zurücklegen muss, fühlt man sich als Fahrradfahrerin häufig völlig allein gelassen. Vorhandene Radwege sind oft eng, zugeparkt und in schlechtem Zustand. Die Luftqualität neben viel befahrenen Straßen ist schlecht. An Baustellen wird man zum Absteigen gezwungen, dann aber nicht vernünftig weitergeführt (Baustelle Schwanentor stadteinwärts). Vereinzelt nehmen Autofahrer*innen keine Rücksicht, öffnen Türen, ohne zu gucken, missachten das Vorfahrtsrecht. In der Stadtmitte werden viele Fahrräder gestohlen (z.B. am Stadtfenster). Es fehlen sichere Abstellplätze, z.B. Fahrradboxen, oder noch besser, ein Fahrradparkhaus. Ich würde mir wünschen, dass es aus allen Stadtbezirken Schnellstrecken für Fahrräder Richtung Innenstadt gibt. Wer den Fahrradverkehr (und den öffentlichen Nahverkehr) fördern will, muss dafür zwangsläufig dem PKW-Verkehr Platz wegnehmen - auch wenn er sich damit massiver Kritik aussetzt. Anders wird es nicht gehen. Der LKW-Verkehr gehört nicht in die Stadt!
- Um meine Kinder (12, 5, 2 Jahre alt) mache ich mir zum Teil einfach Sorgen, wenn sie allein (12) oder mit mir (5, 2) mit dem (Lauf-)Rad unterwegs sind und wünsche mir mehr Polizeikontrollen bzw. weniger Gehweg-Parker, Rückwärtsfahrer und mehr Einhaltung der Regeln z.B. an Zebrastreifen, Rechtsabbiegeassistenten für LKW oder die legale Möglichkeit, auch einen 12-jährigen auf dem Fußweg fahren zu lassen.
