
Stellungnahme zur Neuplanung der Großenbaumer Allee
Die Verwaltung hat einen Plan zur Neuplanung eines Abschnitts der Großenbaumer Allee vorgelegt. Aus unserer Sicht enthält der Plan eine kleine Verbesserung, dafür aber mehrere kritische Punkte und ein Radweg mit Dooringzone knapp außerhalb des Plans.
Fünf Tage vor dem Verkehrsausschuss am 25.01.26 wurde überraschend eine Beschlussvorlage mit Straßenausbauplan zur Großenbaumer Allee in die politischen Gremien gegeben. Der Plan würde aus Sicht des ADFC eine unzureichende Radverkehrsführung für Jahrzehnte zementieren. Drei unserer Ehrenamtlichen sind sofort aktiv geworden und haben eine Stellungnahme verfasst. Diese wurde am Vorabend der Sitzung an die Mitglieder des Verkehrsausschusses verschickt.
Die Planung wurde am folgenden Tag durch SPD, CDU und Junges Duisburg beschlossen. Aber Dezernent Linne kündigte an, auf einige unserer Punkte einzugehen. Wir bleiben dran! Danke an unsere Aktiven, die unsere Stellungnahme verfasst haben!
Stellungnahme zur Drucksache 25-1370 „Umbau Großenbaumer Allee“
Der ADFC Duisburg begrüßt grundsätzlich die geplante Sanierung der Nebenanlagen im Bereich der Großenbaumer Allee auf Höhe der Unfallklinik und der Einmündung Lindenstraße. Verbesserungen sind hier dringend erforderlich, zumal dieser Abschnitt Teil des Radverkehrsnetzes NRW ist und eine wichtige Funktion für den Alltagsradverkehr erfüllt.
Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen sind jedoch insgesamt unzureichend und nicht geeignet, die Situation für den Radverkehr nachhaltig zu verbessern oder Konflikte mit dem Fußverkehr zu vermeiden.
Im Folgenden nehmen wir zu den einzelnen Aspekten Stellung:
1. Ausbau des Radwegs zwischen „Zur Seenplatte“ und der Unfallklinik
Die Verbesserung des Radwegs im Abschnitt zwischen der Straße „Zur Seenplatte“ und der Unfallklinik bewerten wir grundsätzlich positiv. Insbesondere begrüßen wir den geplanten Ausbau des östlichen Einrichtungsradwegs auf das Regelmaß gemäß ERA 2010.
Mangels attraktiver und alltagstauglicher Alternativrouten ist in diesem Abschnitt mit einem hohen Radverkehrsaufkommen zu rechnen. Zudem handelt es sich um einen Teil des Radverkehrsnetzes NRW. Eine leistungsfähige und sichere Anbindung – insbesondere im Abschnitt Am Friemerschlag / Lindenstraße – sollte daher unbedingt mitgeplant und verbessert werden.
Darüber hinaus sollte die Planung auch die Gegenrichtung des Radverkehrsnetzes NRW (Lindenstraße Richtung Am Friemerschlag) berücksichtigen und die Radverkehrsanlagen insgesamt an heutige Standards und Anforderungen anpassen.
Kritisch anzumerken ist, dass die geplante Verbreiterung lediglich einen sehr kurzen Abschnitt des östlichen Radwegs von etwa 150 m umfasst, während der Radweg in südlicher Richtung entlang des Planungsausschnitts unverändert in seinem mangelhaften Zustand verbleibt.
2. Führung des Radverkehrs im Bereich der Bushaltestellen
Die geplante Führung des Radverkehrs im Bereich der Bushaltestellen lehnt der ADFC Duisburg ab.
Die bisher getrennt vom Fußverkehr geführten Einrichtungsradwege ermöglichen eine klare Zuordnung der Verkehrsflächen und tragen wesentlich zur Reduzierung von Konflikten zwischen Radfahrenden, Zufußgehenden und an den Haltestellen wartenden Personen bei.
Die nun auf beiden Straßenseiten vorgesehene Führung auf einem nicht benutzungspflichtigen gemeinsamen Geh- und Radweg durch den Wartebereich einer stark frequentierten Bushaltestelle führt zwangsläufig zu neuen Konflikten zwischen Fuß- und Radverkehr. Entsprechende Konfliktsituationen sind bereits an der neu gestalteten Bushaltestelle Karl-Jarres-Straße zu beobachten – trotz ausreichender Flächen und roter Pflasterung.
Der ADFC fordert daher sicherere und konfliktvermeidende Lösungen, beispielsweise die Einrichtung eines Bus-Stop-Bypasses, also eines durchgehenden Radwegs hinter dem Wartehäuschen. Hierfür könnte das Wartehäuschen geringfügig in Richtung der Haltestelle verschoben werden, sodass der Radweg dahinter vorbeigeführt werden kann.
Sollte hierfür nicht ausreichend Platz zur Verfügung stehen, sind alternative Führungen zu prüfen, die abseits des Fußverkehrs verlaufen.
3. Linksabbiegen in die Lindenstraße (Ostseite)
Im weiteren Verlauf auf der Ostseite ist die Situation für linksabbiegende Radfahrende in die Lindenstraße nicht gelöst.
Radfahrenden steht hier auf dem Radweg lediglich eine Fußgängerampel zur Verfügung. Mindestens erforderlich sind sichere und ausreichend dimensionierte Aufstellflächen für linksabbiegende Radfahrende. Derzeit existieren an dieser Stelle keinerlei entsprechende Flächen.
4. Radverkehrsanlage auf der Westseite ab Hausnummer 253
Die Radverkehrsanlage auf der Westseite, insbesondere im Abschnitt ab Hausnummer 253, entspricht in keiner Weise den heutigen Anforderungen an eine sichere und attraktive Führung des Radverkehrs.
Der vorhandene Radweg ist sehr schmal und verläuft zwischen Bäumen und parkenden Kraftfahrzeugen (siehe Foto). Dadurch befindet er sich unmittelbar im Dooring-Bereich und stellt eine erhebliche Gefährdung für Radfahrende dar. Zudem bestehen erhebliche Zweifel, ob an dieser Stelle die Voraussetzungen für eine regelkonforme Anordnung des aufgesetzten Parkens gegeben sind.
Als Hauptverkehrsstraße dient die Großenbaumer Allee vorrangig dem Durchgangsverkehr. Der ruhende Verkehr hat sich dieser Funktion unterzuordnen. Deshalb ist es erforderlich, eine sichere und leistungsfähige Führung des Radverkehrs sicherzustellen.
Radverkehrsanlagen sind an die aktuellen Regelwerke anzupassen, insbesondere dann, wenn vom bestehenden Zustand konkrete Gefahren ausgehen. In diesem Abschnitt besteht dringender Handlungsbedarf, dem die vorliegende Planung in keiner Weise gerecht wird.
5. Konkrete Forderung zur Westseite
Der ADFC Duisburg fordert daher, das angeordnete Parken auf dem Gehweg in diesem Abschnitt aufzuheben und den gewonnenen Raum für einen getrennten Radweg in ERA-konformer Breite zu nutzen. Auf diese Weise kann eine sichere und attraktive Radverbindung geschaffen werden, insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung dieser Strecke für das Radverkehrsnetz NRW.
Alternative Parkmöglichkeiten für Kfz stehen im Umfeld ausreichend zur Verfügung. Es erscheint naheliegend, diese Parkmöglichkeiten für Anwohnende nutzbar zu machen.








