Neue Wege für den Radverkehr: Chancen des Ausbaus der A59 in Trog-/Tunnellage

Bei einem Treffen mit der Bundestagsabgeordneten Susanne Menge konnten wir auf das Potenzial eines Fahrradweges entlang einer neuen Berliner Brücke und oberhalb einer A59 in Tunnel-/Troglage hinweisen. Unser Harald Höbusch kam direkt ins Träumen...

Neue Wege für den Radverkehr: Chancen des Ausbaus der A59 in Trog-/Tunnellage

Duisburg-Duissern bis Duisburg Meiderich: 6 Minuten Fahrtzeit mit der Straßenbahn. Die Realisierung des Tunnels unter der Ruhr führte nicht nur zu einem immensen Fahrgastzuwachs bei der DVG, sondern auch zu überfüllten Straßenbahnen. Die Linie erstickt an ihrem Erfolg.
Das gleiche Schicksal könnte einem Radweg entlang der A59 drohen.

Mit dem Rad über die Autobahn?
Um von der Duisburger Innenstadt nach Meiderich auf klassischen, für den Radverkehr noch akzeptablen Wegen zu gelangen, heißt es heute, eine Stecke von 6 Kilometer zurückzulegen. Über die Autobahn wären es 3 Kilometer.

Ein enormes Potenzial.

Wird der Radweg begleitend zum Autobahn-Wartungsweg realisiert, ist eine massive Steigerung des Radverkehrsanteils zu erwarten. Natürlich mit der „Nebenwirkung“, dass Radfahren gesundheitsfördernd ist! Es könnte gar ähnlich niederländischen Vorbilds (Fietssnellpad Utrecht-Amsterdam) eine Verlagerung der Verkehrsmittel folgen.

Mit einem Weg entlang der Autobahn entstünden sichere, weil kreuzungsfreie Strecken. Ein echter Gewinn im Gegensatz zu den häufigen Stopps und Gefährdungen auf den klassischen Radwegen entlang der Duisburger Hauptstraßen mit den vielen gefährlichen Kreuzungen, Einmündungen, Grundstückszufahrten und natürlich: dem wachsenden Lkw-Verkehr.

In Meiderich ist die Welt nicht zu Ende
Mit der Querung der Ruhr und des Hafens über die Brücke kommt der wirkliche Gewinn für die Bürger:innen in Duisburg. Die Trog- bzw. Tunnellage der A59 schafft Räume und Flächen für eine hochwertige Nutzung, ähnlich wie in Düsseldorf, wo der Rheinufertunnel seine Magie entfaltet und die Stadt zurück an den Rhein geholt hat. Wie in Düsseldorf könnten in Marxloh Flächen für Kultur und Lebensqualität entstehen!

Neue Wege für den Schulverkehr
Zahlreiche weiterführende Schulen befinden sich in Marxloh und Hamborn. Diese Schulen über sichere Weg oberhalb der Autobahn zu erreichen stellt eine Verkehrswende für die Stadtteile dar.

7 Kilometer, die die Stadt schrumpfen lassen
Im Gesamtzusammenhang sind ca. 7 km Autobahn betroffen. Für den Duisburger Radverkehr würde die Welt zusammenschrumpfen. Auf den nicht von Trog- oder Tunnellage befindlichen Flächen bieten sich Flächen für eine durchgängige Radverkehrsanlage ähnlich einem Radschnellweg an. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen, um eine klimaresistente Mobilität zu fördern.

Lebensqualität in der Stadt, nicht nur am Stadtrand
Sich erholsam auf hochwertigen und kreuzungsfreien Wegen innerhalb und zwischen den nördlichen Stadtteilen zu bewegen, wertet den Radverkehr und die Stadtteile auf. Die entstehenden Freiflächen bedeuten Lebensqualität und Erholung in der Stadt.

Wir schweben genussvoll über dem motorisierten Individualverkehr.

Harald Höbusch

Hinweis: In einer früheren Version des Textes hieß es fälschlicherweise, bislang seien es 11 km von Duisburg Innenstadt nach Meiderich mit dem Fahrrad. Tatsächlich sind es nur 6 km. Die Angabe haben wir korrigiert.

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