Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Duisburg e. V.

Pressemitteilung zum Umbau Großenbaumer Allee

Stadt bestätigt: Parkplätze wichtiger als die Sicherheit und das Leben von Radfahrer:innen

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr hat am 26.01.2026 den Umbau der Großenbaumer Allee zwischen Lindenstraße und Zur Seenplatte beschlossen. Der ADFC Duisburg hatte die Ausschussmitglieder im Vorfeld schriftlich aufgefordert, die Vorlage in dieser Form nicht zu beschließen. Einer der Gründe: Die bekannte und seit Jahren kritisierte Dooring-Gefahr auf der westlichen Straßenseite bleibt vollständig bestehen. Dooring meint, wenn direkt neben Radwegen Parkplätze sind, wo Autofahrer gefährliche Stürze von herannahenden Radfahrenden verursachen, indem sie unaufmerksam die Autotür öffnen. Dooring-Stürze enden für die Opfer häufig schwer und nicht selten tödlich.

Während bei der Neugestaltung des Straßenabschnitts auf der östlichen Seite Verbesserungen geplant sind, klammert die Stadt auf der westlichen Seite eine Änderung der jetzigen Situation, in der Radfahrende unmittelbar im Türöffnungsbereich parkender Fahrzeuge geführt werden, bewusst aus - und das auf einer Duisburger Hauptachse, auf der Radfahrende genauso zügig wie der Autoverkehr sein wollen. Das Risiko schwerster Unfälle bleibt bestehen – trotz einer dortigen Baumaßnahme im Umfang von 825.000 Euro. Obwohl ausreichend Gesamtbreite vorhanden ist, hält die Stadt es nicht für erforderlich, hier sichere Fuß- und Radwege in ausreichender Breite einzurichten.

Selten wurde Desinteresse an Verkehrssicherheit so deutlich formuliert

In der WAZ wird Stadtsprecher Christoph Witte dazu nun mit den Worten zitiert: Auf der westlichen Seite sei es trotz vorhandenen Platzes „nicht möglich, die Geh- und Radwege nach heutigen Standards zu verbreitern, ohne Parkplätze zu entfernen“. Deshalb blieben die Wege dort, „wie sie heute sind“.

„Jetzt haben wir es schriftlich“, erklärt Christian Engelking, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Duisburg. „Duisburg ignoriert die Sicherheitvon Radfahrer:innen in Duisburg, wenn dies Parkmöglichkeiten im öffentlichen Raum kostet. So klar bekommt man selten bestätigt, dass Verkehrssicherheit der Stadt völlig egal ist. Danke für diese Klarstellung, Stadtsprecher Christoph Witte. Wir sind entsetzt darüber, dass SPD, CDU und Junges Duisburg dem zugestimmt haben.“

Aus Sicht des ADFC ist das ein verkehrspolitisches Signal mit fataler Wirkung. "Oberstes Ziel der Verkehrsplanung muss die Verkehrssicherheit haben. So schreibt es auch der Gesetzgeber vor. Dass die Stadt Duisburg das ignoriert, ist ein Skandal."

Die o.g. Stellungnahme mit den Kritikpunkten zu den Umbauplänen zur Großenbaumer Allee finden Sie im blauen Kasten verlinkt.

https://duisburg.adfc.de/pressemitteilung/zum-umbau-grossenbaumer-allee

Bleiben Sie in Kontakt