Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Duisburg e. V.

Bunt, schick und laut: Fancy Women Bike Ride rollt erstmals durch Duisburg

Bericht zur Premiere des Fancy Women Bike Ride in Duisburg. Am Sonntag, 27. September 2026 radelten rund 60 Menschen auf bunt geschmückten Fahrrädern durch den Duisburger Norden - für sichere Radwege und mehr Sichtbarkeit von Frauen im Straßenraum.

Fancy Women Bike Ride in Duisburg © Jörg Briese

Rund 60 Teilnehmende eroberten am 27. September 2026 den Duisburger Norden - auf bunt geschmückten Fahrrädern und in schicken Outfits startete am Rathaus Hamborn der erste Fancy Women Bike Ride in Duisburg. Nach einer Kundgebung führte die rund neun Kilometer lange Runde bei entspanntem Tempo durch Hamborn mit Abstecher zum Landschaftspark - ein fröhlicher Demonstrationszug mit ernstem Hintergrund.


Blumen am Gepäckträger, Glitzer am Lenker, gute Laune garantiert: Beim Fancy Women Bike Ride radeln Frauen sichtbar und mit Freude durch die Stadt - und genau das ist der Punkt. Denn hinter dem bunten Spektakel steckt eine klare Botschaft: Frauen gehören auf die Straße, und der Radverkehr braucht Infrastruktur, die ihrem Alltag gerecht wird.

Nach Duisburg geholt haben das internationale Format der ADFC Duisburg gemeinsam mit Mabilda e.V. - einem Verein, der seit über 30 Jahren Mädchenarbeit im Duisburger Norden macht und Mädchen von 6 bis 18 Jahren auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben unterstützt.

Eine Idee, die um die Welt ging

Der Fancy Women Bike Ride ist eine globale Bewegung: 2013 in Izmir von Sema Gür und Pinar Pinzuti ins Leben gerufen, radelten 2021 bereits 80.000 Frauen in 150 Städten und 28 Ländern mit - „ein Protest für mehr selbstbestimmte Mobilität von Frauen", wie Pinzuti es beschreibt.

„Studien zeigen: Frauen brauchen sichere Radwege"

„Studien zeigen, dass Frauen sichere, möglichst getrennt vom Autoverkehr geführte Radwege besonders wichtig sind", erklärt Lara Schartau-Engelking, Vorstandssprecherin des ADFC Duisburg. „Frauen nutzen das Fahrrad häufig im Alltag und verbinden dabei verschiedene Erledigungen - auf dem Rückweg von der Arbeit noch schnell einkaufen und dann die Kinder aus der Kita abholen. Sie brauchen ein Netz, das Wohnen, Arbeiten, Bildung und Freizeit gut miteinander verbindet."

Genau ein solches zusammenhängendes Alltagsnetz fordert der ADFC Duisburg schon lange. Der Clou: Es kommt am Ende nicht nur Frauen zugute, sondern allen, die in Duisburg unterwegs sind - ob zu Fuß, mit dem Rad oder im ÖPNV.

Mehr Frauen auf Straßen - und in Straßennamen

Sichtbarkeit endet für die Veranstalterinnen nicht am Straßenrand: Frauen sollen auch auf Straßenschildern sichtbar werden. Bei kurzen Stopps unterwegs erfuhren die Teilnehmenden Interessantes über herausragende Duisburger Frauen. „Es ist sehr bedauerlich, dass in einer Großstadt wie Duisburg nur eine Handvoll Straßen nach Frauen benannt sind", sagt Initiatorin Beate Potthoff. „Dabei gibt es viele Duisburger Frauen, die eine solche Ehrung verdient hätten - von Wissenschaftlerinnen bis Widerstandskämpferinnen." Bei der Tour wurden einige dieser Frauen vorgestellt; viele weitere Porträts finden sich in der Ratsdrucksache DS16 1291/1.

Die Hoffnung der Veranstalterinnen: Die Stadtverwaltung greift das Thema nicht nur in Neubaugebieten auf. „Da gäbe es sicher noch den einen oder anderen namenlosen Platz zu entdecken", so Potthoff. Auch für den nächsten Fancy Women Bike Ride ist gesorgt - das Format hat in Duisburg definitiv Fuß gefasst.

https://duisburg.adfc.de/neuigkeit/bericht-fancy-women-bike-ride-duisburg-2026

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