Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Duisburg e. V.

Schulstraßen: Anja Brange

Schulstraßen © Anja Brange

Verkehrsversuch Schulstraßen: Beschlüsse der Bezirksvertretungen

Der ADFC Duisburg begrüßt die geplanten Schulstraßen an vier Grundschulen. Sie können die Verkehrssicherheit deutlich verbessern. Entscheidend wird jedoch sein, wie gut Umsetzung, Kommunikation und Einbindung von Schulen und Anwohner:innen gelingen.

Engagement für sichere Schulwege

Bereits seit langer Zeit setzen wir uns für die Sicherheit von Schüler:innen ein und werben dafür, dass junge Menschen eigenständig und sicher zur Schule fahren können. Wir begrüßen es, dass die Stadt die neuen Möglichkeiten des Straßenverkehrsgesetzes nutzt und Verkehrsversuche testet. Ebenso gibt es einen Erlass des Verkehrsministeriums NRW, der die Einrichtung solcher Schulstraßen ermöglicht.

Schulstraßen sind gute Maßnahmen, um die Sicherheit im Straßenverkehr im Umfeld von Schulen zu verbessern. Der Autoverkehr wird in der Regel für 30 Minuten zu Schulbeginn und -ende in der Schulstraße vollständig gesperrt.
Bei der KIDICAL MASS waren Schulstraßen immer eine unserer zentralen Forderungen.

Vier Schulstraßen im Verkehrsversuch geplant

In Duisburg sollen an vier Schulen mit dem kommenden Schuljahr testweise Schulstraßen eingerichtet werden: an der GGS Mevissenstraße im Stadtteil Bergheim, an der GGS Ottostraße in Hochheide, an der KGS Am Bergmannsplatz in Neumühl sowie an der GGS und KGS Böhmer Straße in Buchholz. Die Stadt plant, diese Schulstraßen zunächst im Rahmen eines einjährigen Verkehrsversuchs einzurichten und wissenschaftlich zu begleiten. Dabei sollen unter anderem Verkehrszählungen und Beobachtungen durchgeführt werden, um die Wirksamkeit zu bewerten.
Je nach Ergebnis kann der Versuch angepasst, beendet oder dauerhaft umgesetzt werden.

So sollen die Schulstraßen konkret funktionieren

Konkret ist vorgesehen, die betroffenen Straßen zu bestimmten Zeiten, bspw. morgens zwischen 7:45 und 8:15 Uhr sowie nachmittags zwischen etwa 14:45 und 15:30 Uhr, für den motorisierten Verkehr vollständig zu sperren. Auch das Halten oder Parken innerhalb der Schulstraße ist in diesen Zeiträumen nicht erlaubt. Ergänzend sollen sogenannte Elternhaltestellen außerhalb der Schulstraßen eingerichtet werden, an denen Eltern ihre Kinder absetzen können. Diese Bereiche werden mit zeitlich begrenzten Haltverboten geregelt, um den Verkehr zu ordnen und Verlagerungseffekte zu vermeiden. Ursprünglich hatte die Stadt geplant, Anwohnern die Zufahrt während der Sperrzeiten weiterhin zu ermöglichen. Dieser Ansatz wurde jedoch von der zuständigen Landesbehörde abgelehnt. Künftig gilt das Durchfahrtsverbot daher grundsätzlich auch für Anwohner. Für sie besteht lediglich die Möglichkeit, kostenpflichtige Einzelausnahmen zu beantragen.

Unsere Unterstützung – trotz fehlender Einbindung

Wir wurden von der Stadt zwar weder eingebunden noch informiert, unterstützen die Maßnahmen aber trotzdem ausdrücklich. Gerade bei einem so wichtigen Projekt stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die betroffenen Schulen, insbesondere Schulleitungen und Elternpflegschaften, in die Planung einbezogen wurden und wie die Kommunikation gegenüber Schulen und Anwohner:innen gestaltet ist. Eine solche Maßnahme kann nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn sie breit getragen wird.

Erfolgsfaktor: Gute Planung vor Ort

Auch die konkrete Umsetzung wirft Fragen auf: Reichen Schilder allein aus, um die Einhaltung der Regeln sicherzustellen? Oder sind zusätzliche Maßnahmen wie der Einsatz von Personal, Unterstützung durch Ordnungsamt oder Polizei sowie engagierte Helfer:innen notwendig?

Entscheidend für den Erfolg ist die konkrete Ausgestaltung vor Ort. Dazu gehört auch die Frage, wo Eltern ihre Kinder künftig absetzen und ob ausreichend durchdachte Alternativen geschaffen wurden, um sogenannte „wilde“ Haltestellen im Umfeld der Schulen zu vermeiden.

Die Stadt hatte versucht, eine Ausnahmeregelung zu erhalten. Sie wollte die Schulstraßen zu Unterrichtsbeginn und -ende sperren, Anwohnern aber die Zufahrt ermöglichen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Uns ist nicht bekannt, wie die Stadtverwaltung nun weiter vorgehen wird.

Kommunikation ist entscheidend

Den politischen Entscheidungsträger:innen möchten wir mitgeben: Achten Sie darauf, dass die Kommunikation rund um die Schulstraßen klar, transparent und frühzeitig erfolgt. Nur so kann Akzeptanz geschaffen und der Erfolg der Maßnahme gesichert werden.

Wir finden es sehr bedauerlich, dass wir als langjährige Organisator:innen der KIDICAL MASS trotz unseres Engagements nicht einmal über die Planungen informiert wurden. Gleichzeitig möchten wir betonen, dass wir die Einführung von Schulstraßen ausdrücklich begrüßen.

Leider müssen wir uns derzeit aus den Medien über die weitere Entwicklung informieren.

https://duisburg.adfc.de/artikel/verkehrsversuch-schulstrassen-beschluesse-der-bezirksvertretungen

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