Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Duisburg e. V.

Barrierefrei – aber nicht für den Radverkehr?

ADFC Duisburg kritisiert geplante Bushaltestellen-Umbauten

Der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen in Duisburg kommt endlich voran – und das ist sehr zu begrüßen. Mit der Drucksache 26-0232 will die Stadt den Umbau von 40 Haltestellen angehen und damit Komfort und Sicherheit für Fahrgäste verbessern.

Doch aus Sicht des ADFC Duisburg wird dabei ein zentraler Aspekt an etlichen der Haltestellenplanungen erneut vernachlässigt: die sichere und durchgängige Führung des Radverkehrs.

 

Konflikte vorprogrammiert

Schon vor der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 26. Januar 2026 hatte der ADFC die geplante Verkehrsführung an der Haltestelle „BG Unfallklinik“ auf der Großenbaumer Allee deutlich kritisiert. Der Beschluss des Stadtrats sieht vor, dass der Radverkehr durch den Wartebereich der Fahrgäste geführt wird.

Solche Führungen – entweder über gemeinsame Geh- und Radwege oder über Gehwege mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ – sind aus Sicht des ADFC keine Lösung, sondern ein Risiko:

  • Wartende Fahrgäste stehen im Konflikt mit durchfahrenden Radfahrenden.
  • Unklare Situationen führen zu Unsicherheit auf beiden Seiten.
  • Barrierefreiheit wird einseitig gedacht – zulasten des Radverkehrs.

Zahlreiche bestehende Beispiele in Duisburg zeigen bereits heute: Dieses Konzept funktioniert in der Praxis nicht. Der barrierefreie Ausbau, der eigentlich Verbesserungen bringen soll, führt so an vielen Stellen zu einer Verschlechterung für den Radverkehr. Statt sichere und klare Führungen zu schaffen, entstehen neue Engstellen und Konfliktzonen. Für den fließenden Radverkehr bedeutet das zusätzliche Barrieren – genau das Gegenteil einer zukunftsfähigen Verkehrsplanung.

 

Appell an die Politik

Der ADFC Duisburg fordert deshalb, die aktuellen Planungen zu überarbeiten:

  • Keine Führung des Radverkehrs durch Wartebereiche
  • Klare, sichere und durchgängige Radverkehrsanlagen
  • Planung für alle Verkehrsteilnehmenden – nicht gegeneinander

Umbauten bieten die Chance, bestehende Probleme zu lösen. Diese Chance darf nicht verspielt werden.

Der ADFC hat die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr in einer Stellungnahme aufgefordert, auf Änderungen in der Planung hinzuwirken.

Jetzt ist die Politik gefragt: Wenn Duisburg den Anspruch hat, den Radverkehr zu stärken, muss sich das auch in der konkreten Planung vor Ort zeigen.

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